Als die SED zusammenbrach, endete auch die Ära der Stasi. Verfügte der MfS-Vorgänger Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft 1949 über 1150 feste Mitarbeiter, so stieg diese Zahl bis zum 31. Es galt als das "Schild und Schwert" der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Dieter Herberg, Doris Steffens/Elke Tellenbach: Vgl. Bei der historischen Aufarbeitung der DDR-Geschichte ist es wiederholt zu Prozessen gegen Autoren gekommen, die ehemalige inoffizielle Mitarbeiter beim Namen genannt haben. auch mit Druckmitteln – in der DDR anzuwerben. 30 Jahre Mauerfall – Der lange Weg zur Einheit. [7] 2010 errechnete eine Studie von Helmut Müller-Enbergs für das Jahr 1989 die Zahl von 189.000 inoffiziellen Mitarbeitern. Am 3. Die zentrale Dienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit war in Berlin angesiedelt. Die Identitäten nahezu aller fast 91.000 hauptamtlichen Mitarbeiter der Stasi 1989 ist bekannt – dank zweier DDR-Bürgerrechtler, die im Sommer 1990 aktiv wurden. Allein die AKP machten in diesen Kommunen ein Vielfaches der Zahl der IM aus. [15], Die Verteilung der IM fiel regional unterschiedlich aus und schwankte je nach Bezirk zwischen 80 und 160 Einwohnern je inoffiziellem Mitarbeiter. Bis 1968 wurden sie auch als Geheime Mitarbeiter im besonderen Einsatz (GME) bezeichnet. Hauptamtliche Mitarbeiter. [9] Die IM-Zahlen Kowalczuks sind selbst umstritten, da seine Thesen keineswegs empirisch überzeugend fundiert sind. [32], Zuverlässige, zur Menschenführung geeignete IM mit „Erfahrung in der operativen Arbeit“ konnten „im Auftrag des MfS … unter Anleitung und Kontrolle eines operativen Mitarbeiters“ meist drei bis fünf IM oder GMS führen und anleiten. Zur Motivation bei der inoffiziellen Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst. [17], Der überwiegende Teil der inoffiziellen Mitarbeiter war im Inland tätig. Begünstigte sind Personen, die vom Staatssicherheitsdienst wesentlich gefördert oder bei der Strafverfolgung geschont worden sind sowie Personen, die mit Wissen, Duldung oder Unterstützung des Sie stand der SED-Führungsspitze nahe und handelte weitgehend autark, wenn es darum ging, verdächtige Regimegegner auszuschalten. [18], Die IM waren überwiegend männlich[19] (83 % der IM in der DDR, 72 % der IM in der Bundesrepublik) und gehörten mehrheitlich der SED an (rund jedes 20. Mit ihren zuletzt 93.600 Angehörigen bildeten die IMS die größte Kategorie inoffizieller Informanten. [32], Die GMS waren in leitenden Positionen in der Wirtschaft und Verwaltung tätig und sollten offen „parteilich“ und „staatsbewusst“ auftreten. Zivilcourage in der DDR. Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes sind hauptamtliche und inoffizielle Mitarbeiter. November 1989 zunächst umbenannt – in "Amt für Nationale Sicherheit". Mehrere ehemalige IM scheiterten 2010 mit dem Versuch, ihre namentliche Nennung zu unterbinden. Daneben gab es viele kleinere Bezirks- und Kreisverwaltungen, die unter anderem Schulen, Kirchen, Betriebe und die Polizei überwachten. In Müller-Enbergs’ Hochrechnung seien aber Personen, die unter verschiedenen Decknamen und IM-Kategorien geführt wurden, mehrfach in die Statistik eingegangen. Die Kehrseite eines Staats, der Gleichheit und Solidarität propagierte. 1989 zählte das Ministerium mehr als 90.000 hauptamtliche Mitarbeiter. In den Archiven der Behörde befinden sich laut eigenen Angaben 111 Kilometer sichergestelltes Aktenmaterial und 1,4 Millionen Fotos. So stellte die Bundesregierung in einer kleinen Anfrage 2013 klar. Zuletzt verfügte das MfS über 16 bundesdeutsche IMA. Das konnten Mitarbeiter von Vereinen, Organisationen, aber auch von Parteien sein. Dies waren in der Regel Personen in Schlüsselpositionen, also meist Führungskräfte. Sie sollten Verdachtsmomente frühzeitig erkennen, vorbeugend und schadensverhütend wirken und wesentliche Beiträge zur Gewährleistung der inneren Sicherheit in ihrem Verantwortungsbereich leisten. Interessant waren hierbei Personen, die verwandtschaftliche Beziehungen zu Mitarbeitern der Sicherheitsorgane der Bundesrepublik (beispielsweise in der Polizei, sowie dem Verfassungsschutz oder Bundesnachrichtendienst) hatten. In Reihen der Katholischen Kirche in der DDR hat es insgesamt knapp 400 IMs gegeben. Bereits einen Monat später wurde das Amt aufgelöst. [28] Im Juni 1988 zählte das MfS 7375 IME. [21], Bei den Informationen handelte es sich in der Regel um Berichte über das Verhalten von Personen aus dem persönlichen oder beruflichen Umfeld des inoffiziellen Mitarbeiters. Berlin 2002, S. 147–166. Akteneinsicht im Lesesaal. Es gab jedoch weitere Informanten und Kooperationspartner. 1/79 für die Arbeit mit Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) und Gesellschaftlichen Mitarbeitern für Sicherheit (GMS)", Abkürzungsverzeichnis der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, „Namensnennung von Ex-Spitzel bleibt erlaubt“, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Inoffizieller_Mitarbeiter&oldid=206817298, Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, „Creative Commons Attribution/Share Alike“. So erhielten Personen, die dem MfS konspirative Wohnungen, Zimmer oder Objekte bereitstellten, mit dem vorherigen Kürzel KW (konspirative Wohnung) oder KO (konspiratives Objekt). 1989 verfügte das MfS über insgesamt 30.500 IMK. [27], IME waren IM, die vom MfS für spezielle Aufgaben eingesetzt wurden. [30], IMS waren in sicherheitsrelevanten Bereichen (Betrieben, gesellschaftliche Einrichtungen, Forschungs- und Bildungsstätten sowie staatliche Institutionen) beschäftigte Personen, die über das Verhalten von Personen berichteten. Nach der Wende wurden diese Fälle oft enthüllt und führten zur Beendigung von Freundschaft oder Ehe. Möglich war das nur, weil es keine Gewaltenteilung gab, wie sie etwa in der … Band 2: Deutsche Geschichte vom Dritten Reich bis zur Wiedervereinigung. Sie wurden in der Informationsbeschaffung eingesetzt und sollten die anderen inoffiziellen Mitarbeiter entlasten. Nach der deutschen Wiedervereinigung ermöglichte auf der Grundlage des Stasi-Unterlagen-Gesetzes der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen unter unterschiedlichen Bedingungen den vom MfS bearbeiteten Menschen und ihren Angehörigen sowie Behörden, Forschern und Journalisten den Zugang zur schriftlichen Überlieferung des MfS. Die Stasi überwachte somit fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens. Die Binnendifferenzierung zwischen den einzelnen inoffiziellen Mitarbeitern war wichtig. Dadurch gelangte die Identität zahlreicher inoffizieller Mitarbeiter ans Tageslicht. Sie besaßen besondere Kenntnisse (beispielsweise Experten-IM für Handschriftenerkennung oder Toxikologen), waren auf Beobachtungen und Ermittlungen spezialisiert oder in Schlüsselpositionen beschäftigt. [14] Das waren parteiverbundene Funktionäre, die die eigentliche Macht in der SED-Diktatur ausübten. Aus diesem Grund plädierte der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk 2013 dafür, diese statistisch nicht als IM zu erfassen. Am Arbeitsplatz, in Betrieben, staatlichen Einrichtungen oder gesellschaftliche Organisationen arbeitete das MfS mit ‚offiziellen‘ Partnern zusammen. [31] Andere Quellen gehen für die 1980er Jahre von einem IMS-Anteil von bis zu 85 Prozent aus. Weill, Francesca. Besonders stark vertreten war die Gruppe der 25- bis 40-Jährigen (Anteil zwischen 30 und 40 %, gegenüber 24 % in der gesamten DDR-Bevölkerung), die Zahl der Rentner und der unter 25-Jährigen war vergleichsweise gering. Auch gravierende methodische Fehler in seinen logischen und statistischen Schlussfolgerungen wurden bemängelt. Mit seinen zuletzt rund 189.000 Angehörigen deckte das Netz aus inoffiziellen Mitarbeitern nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche der DDR ab und bildete somit eines der wichtigsten Herrschaftsinstrumente und Stützen der SED-Diktatur. [8] Somit kam auf 89 DDR-Bürger ein IM. Ehemalige DDR-Bürger können so erfahren, ob und wie die Stasi in ihr Leben eingegriffen hat, womöglich ohne dass sie es bemerkt haben. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart: Wirklichkeit wird geschönt, Kritik unterdrückt, Oppositionelle werden verfolgt und gebrochen. Am 5. Zwischen GMS (gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit, also dem öffentlich bekannten staatsloyalen Bürger), dem IMB (inoffizieller Mitarbeiter Beobachtung, für ausländische Nachrichtendienste) und dem IMS (inoffizieller Mitarbeiter Sicherheit) bestanden große Unterschiede. Der Arbeitgeber von Kowalczuk, der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), hat sich von den Zahlen Kowalczuks inzwischen „faktisch distanziert“. Alle Gewalt ging vom Staat aus. Die Einzelfalldifferenzierung gilt sowohl für die Überprüfung des öffentlichen Dienstes wie für die Forschung. Von besonderem Interesse für das MfS waren hierbei Personen, die oppositionellen Gruppen angehörten oder kirchliche Funktionen bekleideten. Bis 1968 wurden sie als Geheime Hauptinformatoren (GHI) bezeichnet. Psychologie und Psychiatrie im Dienste der Stasi. [25][26] Am 31. Die Bundesbehörde hat den Auftrag, eine öffentliche Auseinandersetzung mit der totalitären Herrschaft in der DDR zu ermöglichen, indem sie über die Arbeitsweise und die Methoden der Stasi und damit auch der SED berichtet. Diese gingen 1986 in den regulären Stellenplan des MfS ein. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk stellte diese Zahl 2013 in Frage, ohne jedoch eine andere Angabe zur Zahl der inoffiziellen Mitarbeiter zu machen. Hamburg 1995, S. 102–129. Aus dem aufgeblähten Überwachungsapparat lässt sich schließen, dass die DDR-Führung nur wenig Zustimmung fand und der eigenen Bevölkerung misstraute. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern verfügte die Stasi über ein Heer von informellen Mitarbeitern. Juli 2003, ARD- Chat mit Marianne Birthler. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Dezember 2020 um 12:40 Uhr bearbeitet. Darin enthalten sind nach BStU-Angaben 3000 bis 3500 inoffizielle Mitarbeitern des MfS, die in die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) wirkten, davon berechnete 1550 von der Hauptverwaltung A. Es ist allerdings seit Bestehen der Stasi-Unterlagenbehörde immer wieder darauf hingewiesen worden, dass IM nicht gleich IM ist, und dass sehr genau der Einzelfall geprüft werden muss, um die individuelle Verantwortlichkeit oder gar Schuld einer Einzelperson zu beurteilen. An Universitäten oder Akademien sollten sie beispielsweise Forschungstendenzen und wissenschaftliche und administrative Mängel aufdecken. Der Großteil dieser IMs war jedoch in der Bundesrepublik geboren und arbeitete aus Sympathie mit der DDR für das Ministerium für Staatssicherheit. So gab es IMs in vielen regimekritischen Gruppen und Organisationen, wie etwa in Künstler- und in Kirchenkreisen, sodass das MfS über die meisten Aktivitäten „feindlich-negativer Personen“ informiert war. Diese wurden meist am Arbeitsplatz selber angesteuert, um Sicherheitsprobleme, meist Personalfragen zu klären. 5,9 % der Bevölkerung als überwiegend gesprächsbereite AKP erfasst waren. Für das MfS arbeiteten Ende 1989 etwa 91.000 hauptamtliche und rund 110.000 inoffizielle Mitarbeiter (IM). [3] Die mitunter vorkommende Auflösung des Kürzels IM als „informeller Mitarbeiter“ entstammt der Publizistik der Nachwendezeit.[4]. Diese Seite wurde zuletzt am 23. Andernfalls wurde der Vorgang abgebrochen und archiviert oder aber in einen so genannten „Operativen Vorgang“ (OV) umgewandelt, in dem Material zur Druckausübung beigebracht oder andere IM zur Beeinflussung auf den Kandidaten angesetzt wurden.[37]. Halfen die Einschüchterungsversuche nicht, gingen die Experten von der Staatssicherheit noch einen Schritt weiter. [34] Im Juni 1988 existierten 4.657 FIM. Tausende von Bürgern stürmten in jener Zeit die ehemaligen Dienststellen der Stasi, um noch vorhandene Akten sicherzustellen. Parteimitglied war IM). Über Ja-Sager und Nein-Sager. AKP wurden in Karteien erfasst, in denen ihre Gesprächsbereitschaft dokumentiert wurde. [29] Hierbei handelte es sich zumeist um Personen, die selbst nur wenige Informationen weitergaben, beim MfS aber besonderes Vertrauen (in Hinblick auf die notwendige Konspiration) besaßen. Lange halten konnte sich dieses jedoch nicht. Geld habe offenbar nur eine untergeordnete Rolle gespielt, auch erpresste Zusammenarbeit mit dem DDR-Spitzelapparat sei selten gewesen. Die Behauptungen Kowalczuks in der Presse, die Zahl der IMs sei nur halb so groß gewesen, wie bisher angenommen, seien unzutreffend und verharmlosend, da sie die massive Ausweitung der Informationsgewinnung des MfS gegen Ende der DDR, der fast jeder zweite DDR-Bürger zum Opfer fiel, nicht berücksichtigt.[10].